prompt injections.de
Technik · Indirekte Injektion

Indirekte Prompt Injection

Kuratiert von Gökhan Köse, Herausgeber · zuletzt geprüft 5. August 2026

Die Anweisung stammt nicht vom Nutzer, sondern aus Inhalten, die das System selbst lädt — Webseiten, Dokumente, E-Mails. Der Angreifer muss nie mit der Anwendung interagieren.

Fachbegriff (EN)
Indirect Prompt Injection
Kategorie
Indirekte Injektion
OWASP-Klassifikation
LLM01 — Prompt Injection
MITRE ATLAS
AML.T0051.001 (Indirect)
Erstmals dokumentiert
Februar 2023 · arXiv:2302.12173
Primärpublikation
Greshake et al., „Not what you’ve signed up for“ · arXiv
Primäre Angriffsvektoren
RAG-Retrieval, E-Mail-Zusammenfassung, Web-Browsing-Tools, Dokumenten-Uploads
Bekanntester Praxis-Vorfall
EchoLeak (CVE-2025-32711) — Microsoft 365 Copilot, Juni 2025
Wirksamste Gegenmaßnahme
Dual-LLM / CaMeL · Spotlighting
Risiko-Einstufung
Risiko hoch Hoch — voller Systemzugriff möglich ohne Nutzerinteraktion

Indirekte Prompt Injection (englisch „Indirect Prompt Injection") gehört zur Kategorie Indirekte Injektion und ist eine der dokumentierten Techniken der Prompt Injection gegen Sprachmodelle. Der Eintrag beschreibt das Wirkprinzip, damit Betreiber ihre Systeme prüfen und absichern können; eine Übersicht aller Verfahren steht im Techniken-Verzeichnis. Im Risikokatalog OWASP LLM Top 10 fällt die Technik unter LLM01: Prompt Injection.

Funktionsweise

  • Der Angreifer platziert Anweisungen in Inhalten, die das LLM später verarbeitet.
  • Beim Abruf gelangen sie unbemerkt in dasselbe Kontextfenster wie die Systemanweisung.
  • Das Modell kann Daten nicht zuverlässig von Anweisungen unterscheiden und folgt ihnen.

Risiko

Risiko hoch Die praktische Gefährdung produktiver Systeme wird für diese Technik als hoch eingestuft. Maßgeblich dafür sind die Rechte der betroffenen Anwendung: Je mehr eine LLM-Anwendung lesen, senden oder ausführen darf, desto größer ist der Schaden, den eine einzelne eingeschleuste Anweisung anrichten kann. OWASP führt den zugehörigen Risikobereich als LLM01 — Prompt Injection.

Schutz

Keine Einzelmaßnahme verhindert diese Technik vollständig. Wirksam ist gestaffelte Absicherung, bei der jede Schicht davon ausgeht, dass die vorherige versagt:

  • Externe Inhalte konsequent als nicht vertrauenswürdig markieren (Spotlighting).
  • Architektonische Trennung: privilegiertes und unprivilegiertes Modell (Dual-LLM, CaMeL).
  • Aktionen mit Außenwirkung nur nach deterministischer Policy-Prüfung.

Ausführlich behandelt der Bereich Schutz vor Prompt Injection die einzelnen Maßnahmen; passende Werkzeuge listet das Werkzeug-Verzeichnis.

Verwandte Techniken

  • Indirekte Injektion

    Gespeicherte Prompt Injection

    Die Anweisung wird dauerhaft in einem Datenspeicher abgelegt — Vektordatenbank, Wissensbasis, Profilfeld — und wirkt bei jedem künftigen Abruf erneut, auch auf andere Nutzer.

    Risiko hoch
  • Datenvergiftung

    RAG-Vergiftung

    Präparierte Dokumente werden so gestaltet, dass sie für bestimmte Nutzerfragen sicher in die Top-Treffer der Vektorsuche gelangen und dort ihre Anweisungen ausspielen.

    Risiko hoch
  • Indirekte Injektion

    Injektion über E-Mail

    Eine präparierte E-Mail genügt: Sobald ein Assistent das Postfach durchsucht oder zusammenfasst, gelangen die eingebetteten Anweisungen in seinen Kontext — ohne dass der Nutzer die Mail öffnen muss.

    Risiko hoch

Quellen

  1. Indirekte Prompt Injection — Primärquelle: https://arxiv.org/abs/2302.12173

Dieser Eintrag erklärt das Prinzip zu Verteidigungszwecken. Er enthält bewusst keine einsatzfertigen Angriffs-Payloads gegen konkrete Systeme (siehe redaktionelle Grundsätze).