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Technik · Indirekte Injektion

Gespeicherte Prompt Injection

Kuratiert von Gökhan Köse, Herausgeber · zuletzt geprüft 5. August 2026

Die Anweisung wird dauerhaft in einem Datenspeicher abgelegt — Vektordatenbank, Wissensbasis, Profilfeld — und wirkt bei jedem künftigen Abruf erneut, auch auf andere Nutzer.

Fachbegriff (EN)
Stored / Persistent Prompt Injection
Kategorie
Indirekte Injektion (persistent)
OWASP-Klassifikation
LLM01 — Prompt Injection
Erstmals prominent dokumentiert
Mai 2024 — Rehberger meldet Memory-Injection in ChatGPT
Speicher-Ort der Payload
Vektordatenbank, Wissensbasis, Profilfeld, LLM-Memory-Feature
Wirkung
Die Anweisung bleibt über Sessions hinweg aktiv — auch bei anderen Nutzern
Bekanntester Praxis-Vorfall
SpAIware — ChatGPT macOS-App, September 2024
Behoben durch
OpenAI-Update ChatGPT v1.2024.247, September 2024
Wirksamste Gegenmaßnahme
Provenienz-Tracking + Klassifikation aller Memory-Writes + Human-in-the-Loop für Schreibvorgänge
Risiko-Einstufung
Risiko hoch Hoch — persistente Wirkung, betrifft zukünftige Sessions

Gespeicherte Prompt Injection (englisch „Stored / Persistent Prompt Injection") gehört zur Kategorie Indirekte Injektion und ist eine der dokumentierten Techniken der Prompt Injection gegen Sprachmodelle. Der Eintrag beschreibt das Wirkprinzip, damit Betreiber ihre Systeme prüfen und absichern können; eine Übersicht aller Verfahren steht im Techniken-Verzeichnis. Im Risikokatalog OWASP LLM Top 10 fällt die Technik unter LLM01: Prompt Injection.

Funktionsweise

  • Der Payload gelangt einmalig in einen persistenten Speicher.
  • Jeder Abruf lädt ihn erneut in den Kontext — vergleichbar mit Stored XSS.
  • Die Wirkung überdauert Sitzungen und trifft Nutzer, die den Angreifer nie gesehen haben.

Risiko

Risiko hoch Die praktische Gefährdung produktiver Systeme wird für diese Technik als hoch eingestuft. Maßgeblich dafür sind die Rechte der betroffenen Anwendung: Je mehr eine LLM-Anwendung lesen, senden oder ausführen darf, desto größer ist der Schaden, den eine einzelne eingeschleuste Anweisung anrichten kann. OWASP führt den zugehörigen Risikobereich als LLM01 — Prompt Injection.

Schutz

Keine Einzelmaßnahme verhindert diese Technik vollständig. Wirksam ist gestaffelte Absicherung, bei der jede Schicht davon ausgeht, dass die vorherige versagt:

  • Inhalte vor der Aufnahme in Wissensbasen bereinigen und prüfen.
  • Herkunft und Schreibrechte pro Dokument protokollieren.
  • Regelmäßige Prüfung von Wissensbasen auf eingebettete Anweisungen.

Ausführlich behandelt der Bereich Schutz vor Prompt Injection die einzelnen Maßnahmen; passende Werkzeuge listet das Werkzeug-Verzeichnis.

Verwandte Techniken

  • Indirekte Injektion

    Indirekte Prompt Injection

    Die Anweisung stammt nicht vom Nutzer, sondern aus Inhalten, die das System selbst lädt — Webseiten, Dokumente, E-Mails. Der Angreifer muss nie mit der Anwendung interagieren.

    Risiko hoch
  • Datenvergiftung

    RAG-Vergiftung

    Präparierte Dokumente werden so gestaltet, dass sie für bestimmte Nutzerfragen sicher in die Top-Treffer der Vektorsuche gelangen und dort ihre Anweisungen ausspielen.

    Risiko hoch
  • Indirekte Injektion

    Gedächtnis-Injektion

    Der Angriff schreibt manipulierte Einträge in das Langzeitgedächtnis eines Assistenten — die Anweisung überdauert damit die einzelne Sitzung und wirkt in allen künftigen Gesprächen fort.

    Risiko hoch

Quellen

  1. Gespeicherte Prompt Injection — Primärquelle: https://genai.owasp.org/resource/owasp-genai-llm-top-10-2026/

Dieser Eintrag erklärt das Prinzip zu Verteidigungszwecken. Er enthält bewusst keine einsatzfertigen Angriffs-Payloads gegen konkrete Systeme (siehe redaktionelle Grundsätze).